Die Berücksichtigung von zeitlichen Dimensionen bei der Visualisierung von Geodaten

von Charlotte Toma, WhereGroup

Infobrief 01 | 2019

 

Die Nutzung von Open-Source-basierten Geo­informations­systemen für die Visualisierung von Verkehrsdaten wurde schon von mehreren Mapbender-Nutzern erfolgreich umgesetzt. 

MapbenderEin sehr gutes Beispiel ist der Nordhessische Verkehrs­Verbund (NVV) – hier wird das gesamte Linien­netz über einen QGIS-Server-WMS-Dienst in eine Mapbender-Anwendung eingebunden und für die Nutzer stets aktuell bereitgestellt. Auf der Where2B-Konferenz 2018 stellte Jasper Kschamer (NVV) das Projekt vor [1].

Auch beim Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) ist die Inwertsetzung und benutzerfreundliche Visualisierung der hauseigenen Verkehrsdaten ein aktuelles Thema. 

Im Laufe der Jahre wurde eine große Menge an Daten erfasst; die derzeitige Datenbank enthält neben dem eigentlichen Liniennetz und den Stationen, statistische Daten zu den Themen Infrastruktur, Leistung, Verkehrsnachfrage und Qualität. Hierzu gehören z. B.  „Ausfälle ohne Ersatzverkehr in einem Monat“ oder die „Ein- und Aussteigermengen“ in einem Jahr. 

Um diese Daten den Nutzern des Netzes (z. B. für weitere interne Auswertungen) zugänglich zu machen, wurde mit Unterstützung der WhereGroup eine eigene Geodateninfrastruktur aufgebaut. Über Mapbender wurden die einzelnen Themengruppen in externe und interne Anwendungen eingebunden. Je nach Fachschale können hier Daten betrachtet, Informationen abgefragt und ausgewählte Daten als PDF-Dateien, Bilder oder Tabellen exportiert werden. 

Abb. 1: Anwendung NAH.SH (Screenshot: Charlotte Toma, WhereGroup)

Für die Einbindung der Daten wurde eine PostgreSQL/PostGIS-Datenbank erstellt, die über Skripte mit den jeweiligen Originaldaten aus dem laufenden System befüllt wird. Diese Datenbank ermöglicht die Verknüpfung beliebig vieler statistischer Daten zum jeweiligen Streckenabschnitt und Stationspunkt. 

Da alle erfassten NAH.SH-Daten einen zeitlichen Bezug besitzen, der häufig für die Auswertung relevant ist, musste beim Aufbau der Anwendung der zeitliche Aspekt zwingend berücksichtigt werden. Diese Anforderung wurde mit Hilfe des OGC-Standards-WMS-Time und dem Aufbau mehrerer Kartendienste realisiert. Über die Abfrage der zeitlichen Dimension können nun auf Wunsch ausschließlich Daten eines bestimmten Zeitraums angefragt werden. 

Über das Mapbender-Modul „Dimensions Handler“ [2] kann die zeitliche Dimension vom User direkt beim Aufruf der Karte abgefragt und gezielt für die Anwendung genutzt werden. Diese Implementierung ermöglicht eine einfache und skalierbare Abfrage von Daten mit zeitlicher Dimension. 

Die sehr user-freundliche Anwendung des NAH.SH ist derzeit noch im Aufbau und wird daher bisher ausschließlich intern genutzt. Um sich eine Vorstellung über den Einsatz des „Dimension-Handlers“ zu machen, empfehlen wir die Mapbender-Anwendung des Kreis Lippe [3]. Dieses Projekt wurde ebenfalls mit Unterstützung der WhereGroup realisiert.

Haben auch Sie Interesse an einer Erweiterung Ihres WMS um die zeitliche Dimension? Oder benötigen Sie Unterstützung für die Integration des Moduls in Ihre Mapbender-Anwendung? Das Where­Group-Team unterstützt Sie gerne. Bitte wenden Sie sich bei Fragen direkt an unser Expertenteam unter gis@wheregroup.com