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QGIS • 09. Juni 2021

Verortung mit OpenStreetMap in QGIS - schnell und einfach

Für die Arbeit mit OpenStreetMap-Daten bietet QGIS vielseitige Möglichkeiten. So können selbstverständlich heruntergeladene OSM-Daten als Vektordaten in QGIS geladen werden. Mit dem QuickOSM-Plugin kann dies sogar aus QGIS heraus für maßgeschneiderte Datenextrakte durchgeführt werden. Auch Hintergrundkarten auf OSM-Basis können, sowohl als Raster- als auch als Vectorkacheln, einfach in Projekte eingebunden werden.

In diesem Blogartikel wollen wir zwei weitere ausgewählte OSM-basierte Hilfsmittel für den GIS- und Kartografiealltag vorstellen:

Beide Plugins verwenden Nominatim, einen OpenStreetMap-basierten Service zum Finden von Geo-Objekten und Koordinaten auf Basis von Suchabfragen mit Adressen oder adressartigen Informationen. Man kennt diese Funktionalität eventuell schon von der Suchmaske auf der OpenStreetMap-Homepage. Eine Nominatim-Anfrage nach "wheregroup berlin" findet zum Beispiel ein entsprechendes Objekt mit weiteren Informationen sowie natürlich auch der räumlichen Verortung.

Plugin OSM place search

Das OSM place search-Plugin bindet die Nominatim-Suche als Bedienfeld in QGIS ein. Man kann somit die Suchabfragen direkt im GIS ausführen und erhält die Möglichkeit, gefundene Geo-Objekte zur weiteren Verarbeitung in Layer zu übernehmen.

Mit dem Anwählen von Limit to extent kann die Suchabfrage auf den aktuellen Kartenausschnitt begrenzt werden. Dies ist hilfreich, wenn zum Beispiel schon im Vorfeld bekannt ist, dass "Hamburg" in Deutschland und nicht in Arkansas gesucht werden muss.

Liegen Ergebnisse vor, so gibt es drei Möglichkeiten diese weiter zu verwenden

1. Ein Doppelklick auf eine Ergebniszeile oder ein Klick auf den "Zoom"-Knopf zentriert und zoomt den Kartenausschnitt auf das entsprechende Objekt.

2. Ein Klick auf den Layer-Knopf fügt das Objekt als neuen Layer hinzu.

3. Ein Klick auf den Karten-Knopf legt eine Maske auf das Kartenbild und überdeckt damit alles, was nicht von dem Objekt bedeckt ist, grau. Diese Funktion ist nur verfügbar, wenn es sich um ein Polygon handelt.

In den Konfigurationseinstellungen des Plugins können Expertennutzerinnen und -nutzer Standardoptionen anlegen. So kann beispielsweise eine immer geltende räumliche Beschränkung festgelegt werden. Auch gibt es die Möglichkeit, Objekte gleichen Geometrietyps in einem gemeinsamen Layer zu sammeln, anstatt jedes Objekt in einem eigenen Layer abzulegen.

Die Attribute werden dabei in sogenannten hstore-Zeichenketten gespeichert, welche mit QGIS "hstore_to_map"-Funktion in Ausdrücken, z. B. im Feldrechner, weiter verarbeitet werden können.

Wir halten fest: Für das schnelle Zusammensammeln relevanter Objekte für eine Kartendarstellung oder -anwendung ist OSM place search ein äußerst hilfreiches Werkzeug. Für komplexere Abfragen, etwa nach allen Objekten eines bestimmten Typs, wäre QuickOSM die erste Wahl.

Plugin Nominatim Locator Filter

Ein noch spezielleres Hilfsmittel ist der Nominatim Locator Filter. Die in QGIS 3 eingeführte Locator Bar kann durch Plugins erweitert werden - dieses Plugin bietet die Möglichkeit, eine Nominatim-Suche in QGIS zu integrieren.

Ist das Plugin installiert, so reicht im Anschluss das Eintippen eines Ortsnamens oder einer Adresse, jeweils mit einem nachgestellten Leerzeichen, und schon werden die von der Suche identifizierten Orte aufgelistet.

Mit einem Doppelklick auf ein Ergebnis wird das Kartenfenster auf die jeweilige Position zentriert, mit einem anschließenden erneuten Klick in die Suchleiste können die anderen Ergebnisse ausgewählt werden.

Da die Locator Bar grundsätzlich immer sichtbar und über die Tastenkombination Strg+K fokussierbar ist, bietet Nominatim Locator Filter eine äußerst komfortable Funktion, um schnell zu bestimmten Orten zu springen.

 

Nachtrag: In der schnelllebigen, innovativen Welt von Open-Source-GIS ist die Entwicklung manchmal schneller als man schreiben kann. Ab der QGIS-Version 3.20 (18. Juni 2021) ist die Funktionalität des Nominatim Locator Filter Plugins direkt in der Locator Bar eingebaut. Statt einem Leerzeichen am Ende einer Suchabfrage wird nun ein ">" zu Beginn verwendet, aus "wheregroup bonn " wird also "> wheregroup bonn".

 

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Hannes Kroeger

Johannes Kröger

Nach einem Abschluss als Master of Science Geomatik an der HafenCity Universität Hamburg arbeitete Johannes Kröger mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im dortigen Lab for Geoinformatics and Geovisualization (g2lab) in der Lehre und Forschung. Seit März 2020 ist er als GIS-Entwickler und -berater bei der WhereGroup tätig. Johannes Kröger ist auch privat im Umfeld von Kartografie, Open-Data und FOSSGIS aktiv.

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