Archiv Meldungen

Arnulf Christl im OGC Architecture Board

Die Mitglieder des Open Geospatial Consortium (OGC) entwickeln in Arbeitsgruppen des Technical Committee die OpenGIS Standards, zu den bekannteren zählen z.B. OGC WMS, WFS, oder GML.
In den Anfangsjahren des OGC waren inkompatible Datenformate und proprietäre Programmschnittstellen die größten Hemmnisse für die Entwicklung der räumlichen Datenverarbeitung. Die Arbeiten im OGC konzentrierten sich daher auf Datenstandards und Programm-Schnittstellen, die ganz speziell auf den GIS-Bereich abgestimmt waren. Inzwischen gibt es weit über tausend Softwarepakete, die OGC Standards implementieren.
Seit der halboffene Konsensprozess des OGC Anfang der 90er gestartet ist, hat sich die Informationstechnologie weiterentwickelt. Vor allem die hohe Vernetzung, aber auch die Tendenz der allgemeinen Informationsverarbeitung, sich auf gemeinsame Standards einzustellen, wirkt immer mehr in die technische Entwicklung des OGC. Inzwischen finden sich Teile von OGC Standards sogar auf Ebene des Internet Protokolls wieder - eines Bereiches der in der ursprünglichen Definition von GIS nicht auftaucht, inzwischen aber zunehmenden Einfluss auf vernetzte Geodateninfrastrukturen hat.
Das OGC sollte sich deshalb jetzt verstärkt mit der allgemeinen Informationstechnologie auseinandersetzen. Dazu zählen auch ein klares Life Cycle Management und eine Harmonisierung der teilweise durchaus verschrobenen Geo-Spezifischen OGC Standards an allgemeine IT-Entwicklungen. Deshalb werden alle OGC Standards auf das OGC Reference Model (ORM) abgestimmt, ein Rahmenwerk für alle bestehenden und zukünftigen Standards.
Ende 2005 haben OGC Planning Committee und Board of Directors beschlossen das OGC Architecture Board (OAB) als neue Struktur innerhalb des OGC zu schaffen, die den Auftrag hat die Entwicklung des ORM voranzutreiben, um die OpenGIS Standards untereinander, vor allem aber auch mit dem REST[1] der Welt zu harmonisieren.
Das OAB besteht aus 12 Mitgliedern, die vom Technical Committee gewählt werden, sowie 2 Mitarbeitern des OGC, dem Chief Technology Officer und dem Chief Architecture Officer. Die Details der Aufgaben und Strukturen des OAB sind in den "Policies und Procedures"[2] als öffentlich zugängliches Dokument einsehbar.
Arnulf Christl hat sich zur Wahl aufstellen lassen, um die Entwicklung des ORM im Sinne einer hochvernetzten, offenen und sicheren Architektur voranzubringen, um aktuelle Entwicklungen in Richtung eines technologisch monopolistischen und weniger offenen Designs zu verhindern. Die Nominierung wurde von Jeroen Ticheler (UN FAO) und Michael Gerlek (Lizardtech Inc.) unterstützt. Anfang November wurde Arnulf Christl in das OAB gewählt.
Anmerkungen und Links
[1] Der Begriff REST (http://de.wikipedia.org/wiki/REST) in Großbuchstaben bezieht sich in diesem Kontext auf RESTful-orientierte Architekturen, die die Grundlage der wichtigsten OGC Standards bilden. Einige wichtige OGC Mitglieder bevorzugen Technologien (z.B. SOAP), die zu einer weniger RESTful orientierten Architektur führen können und damit das Ziel hoher Interoperabilität gefährden.
[2] Die Policies und Procedures des OAB: http://portal.opengeospatial.org/files/?artifact_id=15925

Vorstellung der WebGIS.rlp-CD

In unserem Infobrief im März berichteten wir über die offizielle Freischaltung des GeoPortals Rheinland-Pfalz. Das Portal macht die raumbezogenen Daten des Landes übersichtlich und kompakt zugänglich und wurde durch die WhereGroup in Kooperation mit dem SAG-Geschäftsbereich CeGIT und der Q4U GmbH vollständig mit Freier Software umgesetzt.

Nun wurde mit dem Ressortforum "Geodateninfrastruktur Rheinland-Pfalz - Ausbau auf kommunaler Ebene“ eine weiterer wichtiger Schritt in Richtung landesweite Verfügbarkeit von Geodaten für Bürger und Fachanwender gemacht. Dazu trafen sich am 22. Oktober 2007 rund 300 Experten des Bundes, des Landes und der Kommunen in Nieder-Olm, um sich über Neuerungen im GIS-Umfeld zu informieren.

„Ziel des Ressortforums ist es, über die Entwicklungen und Rahmenbedingungen in Europa, Deutschland und Rheinland-Pfalz zu informieren und Lösungsansätze für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben aufzuzeigen.“ so der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch, der die Veranstaltung eröffnete.

Im Rahmen eines umfangreichen Vortragprogramms wurden unter anderem die europäische Geodatenrichtlinie INSPIRE vorgestellt, die zukünftige Entwicklung der GDI.RLP skizziert sowie der Ausbau kommunaler Geodateninfrastrukturen sowie deren Einbindung in die landesweite GDI diskutiert.

Björn Heuser (SAG CeGIT) und Olaf Knopp (WhereGroup) referierten über den Einsatz von Open Source Software in Geodaten- infrastrukturen. „Der Einsatz bewährter Freier Software im Geoportal Rheinland-Pfalz gewährleistet Skalierbarkeit und hohe Verfügbarkeit.“ hieß es in ihrem Vortrag. „So wird das GeoPortal.rlp seiner Aufgabe, einen fachübergreifenden Zugang zu allen verfügbaren Geodaten zu bieten, in höchstem Maße gerecht.“

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Erzeugung, Verwaltung und Publikation von Geodaten. Als bootfähige CD verfügt sie über eine gesamte WebGIS-Architektur und verwandelt jeden Rechner in einen standardkonformen Geodatenserver, der sofort in die GDI.RLP integriert werden kann.

Ebenso wie das GeoPortal wurde die CD durch die WhereGroup und SAG CeGIT vollständig mit Freier Software umgesetzt. Diese Strategie ermöglicht die kostenfreie Verteilung der CD an alle interessierten Stellen. Als Werkzeug zum Kennenlernen der Möglichkeiten eines GIS bietet WebGIS.rlp so einen Einstieg in die Konzeption von eigenen GDI und bildet so die Grundlage für die landesweite GIS-Einführung.

WebGIS.rlp steht kostenfrei zur Verfügung und kann unter http://www.geoportal.rlp.de/portal/downloads/software.html heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zur WebGIS.rlp-CD.

IVM Rhein/Main beauftragt WhereGroup

Die Gesellschaft Integriertes Verkehrsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm GmbH) hat die WhereGroup nach einem mehrstufigen Ausschreibungsverfahren mit der Konzeption und Erstellung eines webbasierten Geoinformationssystems beauftragt.
Ziel des Auskunftssystems ist neben der Bereitstellung von Informationen für die Öffentlichkeit auch die Unterstützung der Arbeit der ivm und deren Gesellschaftern. Das Portal fasst Daten aus unterschiedlichsten internen wie externen Quellen zusammen und stellt diese gebündelt in Form webbasierter Kartenoberflächen definierten Nutzergruppen zur Verfügung. Eine ausgeklügelte Rechtestruktur innerhalb der Portallösung sorgt dabei für die gewünschte abgegrenzte Informationsverteilung an die Nutzer.
Die gesamte Kommunikation zwischen den einzelnen Modulen geschieht nach den internationalen Standards und Vorgaben von ISO und OGC. Alle eingesetzten Module sind als Open Source Software lizenziert. Die Portal-Software und Sicherheitsumgebung Mapbender ist durch die Qualitätssicherung der Open Source Geospatial Foundation bereits bestätigt worden.
logo ivmDie ivm GmbH wurde im Jahr 2005 von mehreren Landkreisen und Städten in der Region Frankfurt RheinMain sowie den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz gegründet. Das Unternehmen arbeitet als Dienstleister für ihre Gesellschafter in allen Belangen des regionalen Verkehrs, um ein integriertes Verkehrs- und Infrastrukturmanagement in der Region Frankfurt Rhein/Main zu realisieren. Gesellschafter sind neben den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz die Städte Bad Homburg, Darmstadt, Frankfurt, Hanau, Mainz, Offenbach, Rüsselsheim und Wiesbaden sowie die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Offenbach und Wetterau.
Ivm GmbH

UMN MapServer 5.0

Ende September 2007 erschien die neue Version MapServer 5.0, die erste größere Verionsänderung seit dem Erscheinen des MapServer 4.0 im Juli 2003. Zwar wurden alle sechs Monate kleinere Veränderungen an der MapServer Version vorgenommen, jedoch haben sich die Entwickler erst jetzt dazu entschlossen, den Status "Major release" zu vergeben.
MapServer

Die neue Version behebt Dutzende kleinerer Fehler und enthält Weiterentwicklungen sowie Performance Steigerungen der Software. Die wichtigsten Neuerungen von MapServer 5.0 sind:

  • Erstellen und Anzeigen von Torten- und Säulen-Diagrammen
  • Priorisieren von Beschriftungen
  • Dynamische Beschriftung aus einem Wertefeld
  • Dynamische Zuweisung von Attributen im Bereich LAYER, CLASS und STYLE
  • Verbesserungen bei der Unterstützung der OGC-Spezifikationen
Die vielleicht wichtigste Erneuerung ist die Unterstützung der Anti-Grain-Geometry (AGG) - Renedering Bibliothek. AGG erhöht die Qualität im Rendering von 2D Karten. Dadurch ergibt sich eine erheblich verbesserte Kartographie.

Weitere technische Erläuterungen zum MapServer 5.0 von Kai Behncke


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