Bereits zum zehnten Mal war die WhereGroup in der letzten Woche auf der österreichischen Geoinformatik-Konferenz AGIT vertreten. Die Veranstaltung zieht jedes Jahr fast 1100 interessierte Fachbesucher nach Salzburg, die sich in Vorträgen, Workshops und auf der begleitenden Firmenausstellung über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Geoinformatik informieren.
Die WhereGroup war wie jedes Jahr mit einem Messestand vertreten, an dem sich zahlreiche Interessenten Neuerungen bei bewährten OpenSource-Produkten vorstellen ließen. Daneben wurde das umfangreiche Schulungsprogramm der neu gegründeten FOSS Academy vorgestellt, das sowohl Schulungen zu den bekannten Produkten UMN MapServer, PostGIS und Mapbender umfasst, als auch Kurse zum Desktop-GIS gvSIG, dem Einsatz von WIKI-Technologie und anderen Themen.
Zusätzlich zur Ausstellung war die WhereGroup auch im Symposium mit
zahlreichen Workshops und Präsentationen vertreten.
Toni Pignataro präsentierte zusammen mit der Firma CSGIS das DesktopGIS gvSIG, eines der bekanntesten freien Desktop-Systeme im GIS-Bereich. Hauptpunkte des Workshops waren die Verwaltung und Erstellung von Webdiensten mit dem DesktopGIS gvSIG und die Erweiterung „Publikation OGC“. Es wurde sowohl darauf eingegangen wie die Einbindung verschiedener Dienste (z.B. WMS, WFS, WCS, WMC, ECWP, Gazetter- und Catalog- Service) erfolgt, als auch auf die Erstellung dieser OGC- konformen Web-Dienste mittels der Erweiterung „Publikation OGC“.
Gemeinsam mit den Teilnehmern wurde die Konfiguration eines OGC-konformen Web-Dienstes (WMS) mittels UMN MapServer vorgenommen und dieser in den WebGIS-Client Mapbender implementiert.
In einem weiteren Workshop gab Martin Hüben den zahlreichen Teilnehmern eine Einführung in die Geoportal-Software Mapbender: "GDI und die Orchestrierung des Geodaten-Konzerts". Nach einer Einführung in die Architektur und die Funktionen der Software Mapbender konnten die Teilnehmer das soeben Erlernte zusammen praxisnah ausprobieren. Ein Ausblick auf zukünftige und geplante Entwicklungen rundete den Workshop ab. Den Mapbender zum Ausprobieren finden Sie unter http://mapbender.wheregroup.com/mapbender_2.6/.
Über aktuelle Lösungen zur kartographischen Darstellung statistischer Informationen informierte Peter Stamm in seinem Vortrag. Dabei ging es u.a. um die Schaffung möglichst einfach bedienbarer Schnittstellen zwischen statistischen Daten und Geoinformationen, sowie um Möglichkeiten zur clientseitigen individuellen Ausgestaltung webbasierter Karten unter Verwendung von sogenannten Styled Layer
Descriptoren.
Arnulf Christl erläuterte in seinen Beiträgen das Konzept eines "Code Sprints" sowie die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie mit OpenSource-Werkzeugen.
Die OSGeo organisierte wie im letzten Jahr im Juni 2009 im Kloster Bolsena in Italien einen "Code Sprint". Hierbei treffen sich Entwickler aus verschiedenen Projekten, um konzentriert an einem bestimmten Problem zu arbeiten.
Die Gruppe um GeoNetwork hat letzte Fehler in der Code-Basis bereinigt und das aktuelle Release fertiggestellt. Im Mapbender-Projekt dagegen wurden eher neue Entwicklungen besprochen und vorangetrieben, so z.B. eine API, um besser mit anderen Web-Anwendungen kommunizieren zu können. Auch die Projekte deegree und GeoServer waren vertreten und haben nach vielen Jahren der parallelen Entwicklung jetzt angefangen zunächst eine gemeinsame Plattform auf Basis von GeoTools zu schaffen.
Der sehr gut besuchte Workshop zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie mit OpenSource-Software zeigte zunächst einige weit verbreitete Irrtümer auf.
So wurde z. B. verdeutlicht, dass es für die INSPIRE-konforme Abgabe von Metadaten nicht erforderlich ist, eine eigene Metadaten-Software zu betreiben. Die Metadaten müssen lediglich inhaltlich den Anforderungen von INSPIRE genügen, man kann sie aber ohne weiteres mit Online-Editoren erstellen. Ein Beispiel ist die Anwendung des Joint Research Centre (JRC), einer gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission in Fragen der Wissenschaft und Technologie.
Der Link zum Ausprobieren: http://www.inspire-geoportal.eu/index.cfm/pageid/342
Weiterhin wurde aufgezeigt, dass die INSPIRE-Richtlinien keine bestimmte Technologie verbindlich vorschreiben, z.B. SOAP-Architekturen. Aus einer Richtlinie wie im Falle von INSPIRE ist prinzipiell keine technische Vorgabe abzuleiten, zudem sind auch die notwendigen Netzdienste noch nicht verbindlich festgeschrieben. Die Veranstaltung zeigte deutlich den hohen Informationsbedarf, der zu diesem Thema besteht.
Die WhereGroup bietet Ihnen daher auch zu diesem Thema „INSPIRE in der Praxis“ zwei Informationsveranstaltungen am 10. September und am 15. Dezember 2009 in Bonn an.
Alle Vorträge und Präsentationen der WhereGroup auf der AGIT 2009 stehen Ihnen zum Nachlesen hier zum Download bereit:
Für weitere Informationen können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.